Fenster- und Dichtungsanalyse

Fenster und ihre Anschlussfugen gehören zu den größten Schwachstellen der Gebäudehülle. Undichte Dichtungen, fehlende Hinterfüllung oder ungedämmte Rollladenkästen verursachen dauerhaften Energieverlust und begünstigen Schimmel.

Im Wärmebild wird sichtbar, wo genau Wärme austritt. Damit lässt sich zielgerichtet entscheiden, welche Elemente getauscht, nachgedichtet oder neu angeschlossen werden müssen.

Thermografieaufnahme eines Fensters mit deutlich wärmerem Rahmen als Hinweis auf Wärmeverlust

Typische Anlässe

  • Prüfung vor dem Austausch von Fensterelementen
  • Ursachensuche bei Zugluftbeschwerden von Mietern
  • Kontrolle der Ausführungsqualität nach einem Fenstertausch
  • Vorbereitung geförderter Sanierungsmaßnahmen
  • Abklärung von Schimmelrisiken an Laibungen und Ecken

Wo an Fenstern tatsächlich Energie verloren geht

Die Diskussion dreht sich meist um den U-Wert der Verglasung. In der Praxis entstehen die größeren Verluste jedoch an drei anderen Stellen: an der Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk, am Rollladenkasten und an verschlissenen Dichtungsprofilen. Alle drei sind unabhängig vom Glas – ein neues Fenster mit mangelhaftem Anschluss kann schlechter abschneiden als ein sorgfältig eingebautes altes.

Im Wärmebild lassen sich diese Fälle unterscheiden. Ein gleichmäßig warmer Glasbereich deutet auf die Verglasung hin, ein warmer Streifen entlang des Rahmens auf die Fuge, ein warmes Band oberhalb des Fensters auf den Rollladenkasten. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob ein Austausch nötig ist oder eine deutlich günstigere Nachbesserung genügt.

Zugluft, Schimmel und Mieterbeschwerden

Beschwerden über Zugluft oder Schimmel an Fensterlaibungen sind für Verwaltungen schwer zu bewerten, weil sich Nutzerverhalten und Bauzustand überlagern. Die Thermografie liefert hier eine objektive Grundlage: Sie zeigt, ob an der beanstandeten Stelle tatsächlich eine Wärmebrücke oder Leckage vorliegt.

Liegt die Oberflächentemperatur in einer Ecke dauerhaft niedrig, ist Tauwasserausfall bauphysikalisch zu erwarten und die Ursache liegt an der Konstruktion. Ist die Temperatur unauffällig, verlagert sich die Diskussion auf Lüftungsverhalten und Raumnutzung – ebenfalls ein wertvolles Ergebnis, weil es unnötige Baumaßnahmen verhindert.

Qualitätskontrolle nach dem Fenstertausch

Nach einem Fenstertausch ist die Ausführungsqualität von außen kaum prüfbar. Ob die Anschlussfuge vollständig hinterfüllt und die innere Dichtebene durchgängig ausgeführt wurde, zeigt sich erst im Wärmebild – idealerweise vor Ablauf der Gewährleistungsfrist.

Eine Abnahmethermografie kurz nach Fertigstellung, dokumentiert mit Randbedingungen und Referenzaufnahmen, ist deshalb ein wirksames Instrument der Mängelsicherung. Nacharbeiten sind zu diesem Zeitpunkt noch einfach durchzusetzen und technisch unaufwendig.

Technik und Verfahren

Radiometrische Aufnahme
Temperaturwerte je Bildpunkt für den Vergleich einzelner Bauteilbereiche.
Elementweise Erfassung
Jedes Fenster mit Thermogramm und Referenzfoto in gleicher Perspektive.
Dokumentierte Randbedingungen
Innen- und Außentemperatur, Windverhältnisse und Uhrzeit als Teil des Berichts.
Optionale Innenaufnahme
Ergänzende Messung von innen, wenn die Ursache von außen nicht eindeutig ist.

Was erkannt wird

Anschlussfuge
Fehlende oder unvollständige Hinterfüllung zwischen Rahmen und Mauerwerk.
Dichtung
Verhärtete oder verschlissene Dichtungsprofile mit Leckluftstrom.
Rollladenkasten
Ungedämmte Kästen als flächiger Wärmeaustritt oberhalb des Fensters.
Glasrand
Wärmebrücken am Randverbund älterer Isolierverglasung.

Ablauf

  1. 01

    Randbedingungen

    Temperaturdifferenz innen/außen prüfen, Termin in der Heizperiode legen.

  2. 02

    Aufnahme

    Thermografie von außen per Drohne, bei Bedarf ergänzend von innen.

  3. 03

    Bewertung

    Vergleich der Temperaturmuster je Element, Einordnung der Auffälligkeiten.

  4. 04

    Empfehlung

    Priorisierte Maßnahmenliste je Fenster oder Bauteilgruppe.

Ergebnis

  • Thermogramm und Referenzfoto je Element
  • Befundliste mit Bewertung und Priorität
  • Maßnahmenempfehlung für Nachdichtung oder Austausch
  • Vergleichsaufnahmen nach Umsetzung auf Wunsch

Randbedingungen

  • Temperaturdifferenz von mindestens etwa 15 K zwischen innen und außen
  • Aufnahme in den frühen Morgenstunden oder nach Einbruch der Dunkelheit
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Fassade vor der Messung

Vorteile gegenüber konventionellen Verfahren

Gezielt statt pauschal

Nachdichten statt Komplettaustausch, wenn der Befund es hergibt.

Objektive Beschwerdebearbeitung

Nachvollziehbare Grundlage im Gespräch mit Mietern und Eigentümern.

Nachweis vor Fristablauf

Dokumentierte Ausführungsqualität innerhalb der Gewährleistung.

Was den Aufwand bestimmt

Wir kalkulieren objektbezogen. Diese Punkte beeinflussen den Umfang und damit den Preis:

  • Anzahl der zu prüfenden Fensterelemente und Gebäudeseiten
  • Nur Außenthermografie oder ergänzende Innenaufnahmen
  • Terminlage in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden
  • Objektgröße und Erreichbarkeit der Fassadenseiten
  • Vergleichsmessung nach der Sanierung als zweiter Termin

Einsatzgebiet

Die Messungen finden im Zeitfenster von Oktober bis März statt. In Dresden, Meißen und Umgebung sind das erfahrungsgemäß die Wochen mit stabilen Nachttemperaturen; wir planen Termine kurzfristig nach Wetterlage, damit die Temperaturdifferenz ausreicht.

Häufige Fragen

Wann ist Thermografie an Fenstern sinnvoll?

In der Heizperiode, üblicherweise zwischen Oktober und März. Ohne ausreichende Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sind die Muster nicht belastbar auswertbar.

Wird die Wohnung betreten?

Für die Außenaufnahme nicht. Nur wenn eine Innenthermografie ausdrücklich gewünscht ist, ist ein kurzer Zugang zu einzelnen Räumen nötig.

Kann damit ein Blower-Door-Test ersetzt werden?

Nein. Die Thermografie zeigt, wo etwas auffällig ist. Der Blower-Door-Test quantifiziert die Luftdichtheit des gesamten Gebäudes. Beide Verfahren ergänzen sich.

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